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Ford Mustang: Lässig durch Hamburg

{unbezahlte Werbung da Markennennung} Das ich Oldtimer liebe, dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Dass ich aber besonderes auf alte Ford Mustang stehe, nicht. Vor kurzem hat sich also ein Traum erfüllt, als ich einen echtes Original für ein paar Tage fahren durfte. Der blaue Ford Mustang aus dem Jahre 1965 ist eine echte Ikone, der bereits 1964 auf der New Yorker Weltausstellung vorgestellt wurde. Bereits am ersten Abend verkaufte er sich über 22.000 Mal und allein im ersten Modelljahr sogar knapp über 675.000 Mal. Er schlug also ein, wie eine Bombe. Kein Wunder, seht ihn euch an. Mit dem ersten Ford Mustang wurde eine neue Klasse von kleinen aber sportlichen Fahrzeugen in den USA begründet. Bis heute hat er eine große Fangemeinde und weltweit pflegt er seinen Kultstatus, den er auch in unzähligen Filmen ausspielt.

Simone Amores mit einem Ford Mustang 1965 in Hamburg

Der Ford Mustang, den ich mir ausgeliehen habe, ist ein frühes Modell aus dem Jahre 1965 und in einem tollen Originalzustand. Man öffnet die Türen mit einem typischen Knarzen und es strömt einem gleich dieser wunderbare Ledergeruch entgegen, den nur altes, gut behandeltes Leder inne hat. Auch wenn es im Mustang kein echtes Leder ist, sondern Kunstleder, ist es weich, bequem und duftet einfach wunderbar. Ein bisschen verunsichern tun die Sitze allerdings schon, haben sie doch keine Nackenstütze und die Sicherheitsgurte sind auch mehr Dekoration als wirklich sicher. Aber es fühlt sich alles in einem toll an und super bequem. Klar, die Sitze haben ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und den einen oder anderen Hintern gesehen. Sie sind demnach sehr gut „eingesessen“. Fährt man über das Lenkrad kommt die nächste Unsicherheit.

Ein Ford Mustang ist nichts für Weicheier

Puh, ein ultra dünnes Metall-Rad, das ein bisschen wackelig in seiner Halterung sitzt, soll dieses Ungetüm an Pony Car wirklich lenken können? Oh ja. Und wie. Und auch wenn der aktuelle Halter meint, dass eine Servolenkung eingebaut sei, kann ich dem nur widersprechen. Nach Links war das Lenken kein Problem, doch wollte man nach rechts, besonders beim Einparken, hat man sich schon einen Bruch geholt. Aber macht ja nichts, das gehört zum Feeling eines Mustangs dazu. Da ist nichts mit Schi-Schi-Sicherheitspaket und Fahrassistenzsystemen. Da muss man noch Rotz und Wasser schwitzen und die Muskeln anstrengen. Auch wenn er kein Muscle Car, sondern ein Pony Car war: Ein Ford Mustang ist nichts für Weicheier. Das hat auch mein Bein zu spüren bekommen, als mir beim Aussteigen plötzlich die Tür entgegen kam und mir eine kleine, aber heftig blutende Wunde zufügte. Autsch. Die Wunde ist mittlerweile verheilt, aber das Bein leuchtet noch in den schönsten Blau- und Grüntönen.

Der nächste schöne Moment ist der, wenn man den Motor an lässt. Denn dann wacht der rotzende V8-Motor zum Leben und zeigt auch nochmal akustisch wo der Hammer hängt. Mit einer Automatik und 200 PS ausgestattet, zieht er beim kleinsten Druck auf das Gaspedal gut durch und katapultiert sich samt Fahrer ein gutes Stück nach vorn. Hui, da muss man mit Gefühl ran. Ganz im Gegenteil bei der Bremse. Die kann man nicht kräftig genug durchtreten, damit die Karre, (und so muss man einen echten Ford Mustang auch bezeichnen) wirklich stehenbleibt. Da sollte man schon etliche Meter vorher bremsen um auch an der gewünschten Stelle stehen zu bleiben. Wroom Wroom. I like it! Er sieht nicht nur fantastisch aus, er kündigt sich auch schon aus weiter Ferne an. Mit passender Musik aus dem, Achtung, Kassettenrekorder, ging es also durch Hamburg um eine geeignete Location für ein Fotoshootings zu finden. Mit dabei ein guter Freund und ebenfalls Liebhaber alter Autos mit seinem Dodge Challenger von 2012. Kein Vergleich natürlich zu meinem Mustang, aber ein ebenso cooles wie auffälliges Auto.

Und Cool ist das Stichwort. Bei den aktuellen Sommertemperaturen hat mein Mustang einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Dodge: Er hat keine Klimaanlage. Die geöffneten Fenstern und die Lüftung auf Anschlag boten nur eine kleine Erleichterung. Die Suppe lief am Rücken entlang und auch die Tatsache, dass an den Füßen hin und wieder ein Schwall heißer Luft aus dem Motorraum eindrang, hat die saunaähnlichen Verhältnisse nur gesteigert. Fehlte nur noch der Aufguss. Einmal Alpenbirke bitte!

Sein Name ist Cool McCool

Egal, aller Widrigkeiten zum Trotz fanden wir bald eine gute Location für unsere Fotos. Und da war er, Mr. Cool McCool. Der Ford Mustang wurde schon damals nicht nur wegen seiner Wildheit und dem Gefühl von amerikanischer Freiheit geliebt, sondern wegen seines Looks. Er ist ein Trendsetter, ein Hipster alter Zeiten und macht sich wahnsinnig gut vor der Kamera. Schade, dass der Original nur knapp 3 Jahre produziert wurde. Danach gab es viele Facelifts. Er wurde größer, breiter, schwerer. Irgendwann in den Siebzigern erkannt man ihn fast gar nicht wieder. Langweilig und uncool sei er geworden. Erst ab den achtziger Jahren wird er langsam seinem alten Ich wieder gerechter und erwirbt fast seinen alten Kultstatus wieder. Aber nur fast. War er damals eine Besonderheit, gibt es ihn heut in größerer Vielfalt. Jeder kann nach Wunsch und Finanzrahmen das passende Auto finden und damit bleibt die Originalität leider oft auf der Strecke. Nicht so aber bei meinem Testwagen.

Ford Mustang von 1965 am Hamburger Hafen

Das Shooting kommt in die Gänge. Doch wie das in Hamburg, trotz Jahrhundertsommer so ist, dauert es nicht lang und die ersten Regentropfen fallen vom Himmel. Als es dann so richtig zu schütten begann, mussten wir abbrechen und uns in die Fahrzeuge retten. Zum Glück hatte ich aber die meisten Bilder bereits im Kasten, sodass die kleine Abkühlung mehr als willkommen war. Bis ich los fahren wollte. Die kleinen Scheibenwischer kamen mit den Wassermassen kaum klar und da ich die Fenster nicht mehr öffnen konnte, beschlugen die Fenster dermaßen, dass ich nur noch im Schneckentempo fahren konnte. Zwischendurch musste ich anhalten um die Fenster zu wischen und den Scheibenwischern eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Das gestaltete sich auch als nicht so einfach, muss man doch den genauen Moment abpassen, wenn die Scheibenwischer unten sind um den Regler auf „Aus“ zu drehen. Ein paar Versuche waren nötig, aber dann entwickelte ich ein Gefühl dafür, wann der richtige Moment war.

Als der Regen etwas nachließ, ging meine feucht-warme Tour durch Hamburg weiter. Durch unterspülte Straßen, auf denen die Abflüsse das Regenwasser nicht mehr abführen konnten. Das spürte ich teilweise auch im Fußraum, wenn es mal wieder durch eine sehr tiefe Wasserlache ging. Als dann noch ein mir entgegenkommendes Auto eine wahre Regenwasserflut auf mich rüber spritzte, fühlte ich mich einen Moment wie beim ADAC Sicherheitstest. Ich sah für einen kurzen Moment nichts mehr, aber hey, danach war das Auto wieder schön sauber. 😉 Auch wenn Fastback und Cabrio begehrter sind, reicht mir ein sauberes, hübsch ausgestattetes Hardtop-Coupé mit kleinem V8 für mein großes Mustang-Glück. Wer sowieso nur das Feeling und Aussehen eines Ford Mustangs mag und keinen besonderen Wert auf PS legt, kann auch mit einem kleineren Motor wie einem Sechszylinder glücklich werden. Auch Ford Falcon oder Mercury Cougar sind Alternativen: gleiche Technik, bessere Preise, weniger Hype aber sicher genauso großes Aufsehen.

Bucket List check

Am Ende des Tages wollten mein Mann und mein Dad natürlich auch nochmal mitfahren, also drehten wir noch eine kleine Runde. Mein Vater auf dem Rücksitz geriet richtig ins Schwärmen. Da hat man gemerkt, woher ich meine Leidenschaft für Autos, insbesondere Oldtimer, habe. Mein Mann war nicht ganz so leicht zu begeistern, er ist dann doch mehr der Neuwagen-Fan aber immerhin konnte er so einen Punkt auf seiner „Bucket List“ weg streichen. Ich zum Glück auch. Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der mir eine Isetta leiht. Ebenfalls ein lang gehegter Traum, neben einem Mercedes SLS oder Bugatti Veyron. Hallo, ist da jemand? 😉

Simone
Ich bin Simone, gebürtige Hamburgerin mit portugiesischen Wurzeln und blogge schon seit 2008. Angefangen hat es mit einem Reiseblog. Jetzt schreibe ich über verschiedene Themen: Autos, Backen, Familie und natürlich auch weiterhin das Reisen.
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1 comment
  • Jaguar: Auf die Katze gekommen – amoremotion
    Sep 12, 2018 (10:56)

    […] am Nürburgring gewesen bin, war ich doppelt so aufgeregt, denn wer mich kennt weiß, dass ich auf Oldtimer stehe. Ein lieber Bloggerkollege, der mit mir vor Ort war, konnte mir sogar zu fast jedem Fahrzeug […]

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